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Ausführungsplanung

Die Ausführungsplanung ist die detaillierte Planungsstufe eines Bauprojekts und bildet die unmittelbare Grundlage für die Herstellung und Montage eines Bauwerks. Sie entspricht der Leistungsphase 5 nach HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) und übersetzt den genehmigten Entwurf in konkrete Fertigungs- und Montageanweisungen. Im Stahlhallenbau werden dabei sämtliche konstruktiven, technischen und gestalterischen Vorgaben so genau festgelegt, dass die einzelnen Bauteile gefertigt und auf der Baustelle montiert werden können. Die Ausführungsplanung baut auf der vorhergehenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung auf und übersetzt die dort festgelegten Anforderungen in konkrete technische Lösungen.

Ausführliche Erklärung

Bei der Planung einer Gewerbehalle, Industriehalle, Produktionshalle, Lagerhalle oder eines Autohauses durchläuft ein Bauprojekt verschiedene Planungsstufen. Dabei haben Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung und Ausführungsplanung jeweils unterschiedliche Aufgaben.

Entwurfsplanung – die Grundlage des Hallenkonzepts

Am Anfang steht die Entwurfsplanung. In dieser Phase wird festgelegt, wie die geplante Halle grundsätzlich aussehen und funktionieren soll. Gemeinsam mit dem Bauherrn werden beispielsweise die Größe der Halle, Gebäudehöhe, Nutzung, Raumaufteilung und Gestaltung der Fassade entwickelt. Bei einer Stahlhalle werden bereits wichtige Eckdaten wie Hallenlänge, Hallenbreite, Traufhöhe, Dachform und Rastermaß festgelegt. Auch die Position von Toren, Türen, Fenstern und Lichtbändern wird berücksichtigt. Bei einer Produktionshalle können zusätzlich Krananlagen, Maschinenbereiche, Lagerflächen oder Büro- und Sozialräume in das Konzept aufgenommen werden. Die Entwurfsplanung beantwortet damit vor allem die Frage: Was soll gebaut werden und wie soll das Gebäude grundsätzlich aussehen? Sie dient als Grundlage für die weitere Planung und ermöglicht dem Bauherrn, verschiedene Varianten miteinander zu vergleichen.

Genehmigungsplanung – Grundlage für den Bauantrag

Auf die Entwurfsplanung folgt die Genehmigungsplanung. Sie dient dazu, das geplante Bauvorhaben so darzustellen, dass die erforderliche Baugenehmigung beantragt werden kann. Hier werden unter anderem Lageplan, Grundrisse, Schnitte und Ansichten erstellt. Je nach Bauvorhaben werden zusätzliche Nachweise und Unterlagen erforderlich. Dazu können beispielsweise Angaben zum Brandschutz, Wärmeschutz, Schallschutz oder zur Entwässerung gehören. Bei einer Stahlhalle müssen außerdem die Anforderungen des jeweiligen Bauordnungsrechts und die einschlägigen technischen Vorschriften berücksichtigt werden. Die Genehmigungsplanung beschreibt dabei das genehmigungsfähige Bauvorhaben. Sie enthält jedoch noch nicht zwangsläufig jedes Detail, das später für die Fertigung eines Stahlträgers oder die Montage eines Fassadenelements benötigt wird.

Ausführungsplanung – vom genehmigten Entwurf zum fertigen Bauteil

Die Ausführungsplanung geht deutlich weiter ins Detail. Sie beantwortet die Frage: Wie genau wird das genehmigte Bauvorhaben gebaut?

Im Stahlhallenbau werden in dieser Phase sämtliche für die Fertigung und Montage erforderlichen Details festgelegt. Dazu gehören beispielsweise die genaue Ausbildung der Stahlrahmen, Stützen, Träger, Pfetten und Wandriegel. Auch Anschlüsse, Schraubverbindungen, Schweißverbindungen und Befestigungspunkte werden konstruktiv ausgearbeitet. Die Ausführungsplanung berücksichtigt außerdem die genaue Ausbildung von Dach und Fassade. Bei einer Halle mit Sandwichpaneelen werden beispielsweise Paneelaufbau, Befestigung, Anschlüsse und Übergänge zu Türen, Toren und Fenstern geplant. Auch Attika, Dachrand, Dachentwässerung, Lichtbänder und Dachlichtkuppeln werden detailliert dargestellt. Die Erstellung von detaillierten Bauzeichnungen, Stücklisten, Montageanleitungen sowie die Koordination mit Statikern, TGA-Planern (Technische Gebäudeausrüstung) und anderen Fachplanern gehören ebenfalls zur Ausführungsplanung.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Fundamente und deren Schnittstellen zum Stahlbau. Die Positionen und Abmessungen der Fundamente müssen exakt mit der Stahlkonstruktion übereinstimmen. Ankerplatten, Ankerschrauben und andere Verbindungspunkte werden entsprechend berücksichtigt. Auch Türen und Tore werden in der Ausführungsplanung exakt positioniert. Bei einem Sektionaltor oder Schnelllauftor müssen beispielsweise Öffnungsmaße, Anschlüsse und Befestigungen mit der Stahlkonstruktion und der Fassade abgestimmt werden.

Koordination der Technischen Gebäudeausrüstung

Besonders wichtig ist die Abstimmung der Ausführungsplanung mit der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Elektroinstallation, Beleuchtung, Heizung, Lüftung, Sanitär und gegebenenfalls weitere technische Anlagen müssen mit der Stahlbaukonstruktion koordiniert werden.

Bei einer Produktionshalle können beispielsweise Kabeltrassen, Lüftungskanäle oder Rohrleitungen durch die Halle geführt werden. Werden solche Installationen bereits in der Ausführungsplanung berücksichtigt, können notwendige Durchführungen, Befestigungspunkte und Abstände rechtzeitig vorgesehen werden.

Auch die Arbeitsplatzbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlage oder Sprinkleranlage können Bestandteil der gewerkeübergreifenden Koordination sein.

Ausführungsplanung als Schnittstelle zwischen Planung und Bau

Die Ausführungsplanung stellt damit die entscheidende Schnittstelle zwischen Planung, Fertigung und Montage dar. Während die Entwurfsplanung das grundsätzliche Konzept festlegt und die Genehmigungsplanung die Grundlage für die Baugenehmigung bildet, beschreibt die Ausführungsplanung die konkrete technische Umsetzung.

Für den Stahlbau sind beispielsweise detaillierte Werkstatt- und Montagepläne erforderlich. Diese enthalten die Informationen, die der Stahlbaubetrieb für die Herstellung der einzelnen Bauteile benötigt. Dazu gehören Abmessungen, Profile, Materialqualitäten, Bohrungen, Anschlüsse und Verbindungsmittel. Eine sorgfältige Ausführungsplanung reduziert dadurch das Risiko von Planungsfehlern und Nacharbeiten. Gleichzeitig können Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken frühzeitig erkannt und gelöst werden.

Eine präzise Ausführungsplanung im Hallenbau schafft eine hohe Planungssicherheit. Sie sorgt dafür, dass die verschiedenen Bauteile aufeinander abgestimmt sind und die Montage auf der Baustelle möglichst reibungslos erfolgen kann.

Für den Bauherrn hat dies einen direkten wirtschaftlichen Vorteil. Je genauer die Planung, desto besser lassen sich Materialmengen, Fertigungsabläufe, Montagezeiten und Kosten kalkulieren. Änderungen während der Bauphase können dagegen zusätzlichen Aufwand und Kosten verursachen.

 

Tabellen zur Veranschaulichung

Schritt in der Bauplanung Ziel Ergebnis
Entwurfsplanung Grundidee und Design Erste Skizzen, Grundrisse
Genehmigungsplanung Rechtliche Absicherung Baugenehmigung, Pläne für Behörden
Ausführungsplanung Detaillierte Umsetzung Bauzeichnungen, Materiallisten, Terminpläne

 

 

Holger Schmidt INT-BAU

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