Schneelast im Industrie- und Stahlhallenbau
Die Schneelast beschreibt die zusätzliche Belastung eines Gebäudes, die durch die Ansammlung von Schnee auf dem Dach entsteht. Sie stellt eine wichtige Einwirkung auf die Tragkonstruktion dar und hat direkten Einfluss auf die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit von Industrie- und Stahlhallen. Besonders bei großen Dachflächen, wie sie bei Hallen üblich sind, kann Schnee erhebliche Lasten verursachen.
Schnee kann sich auf Dächern in sehr unterschiedlichen Formen und Verteilungen ablagern. Neben gleichmäßigen Schneedecken treten auch Schneeverwehungen, Schneeanhäufungen an Dachkanten, Lichtbändern oder höheren Nachbargebäuden auf. Diese ungleichmäßigen Lastverteilungen müssen bei der Planung und statischen Bemessung von Stahlhallen berücksichtigt werden.
Schneelastzonen und Standortabhängigkeit
In Deutschland ist das Bundesgebiet in drei Schneelastzonen eingeteilt, wobei die Zonen 1 und 2 zusätzlich in die Unterzonen 1a und 2a untergliedert sind. Die Zuordnung einer Schneelastzone erfolgt auf Grundlage der regionalen klimatischen Bedingungen. Zusätzlich spielt die Höhenlage des Bauwerks über Normalnull eine wichtige Rolle, da mit zunehmender Höhe die Schneelast ansteigt.
Einflussfaktoren auf die Schneelast
Die tatsächlich auf das Dach wirkende Schneelast hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen insbesondere:
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die Dachform und Dachneigung (z. B. Flach-, Sattel- oder Pultdach)
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die Oberflächenbeschaffenheit und Rauigkeit der Dacheindeckung
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die wärmedämmenden Eigenschaften des Daches, da Wärmeabstrahlung das Abschmelzen beeinflussen kann
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die Umgebungsbebauung, die zu Schneeanhäufungen oder Verwehungen führen kann
Gerade bei Industriehallen mit großen, flach geneigten Dächern sind diese Einflüsse besonders relevant.
Statische Bemessung von Stahlhallen
Stahlhallen müssen so geplant und bemessen werden, dass sie die auftretenden Schneelasten sicher und dauerhaft aufnehmen können. Die Ermittlung der Schneelast erfolgt durch den Statiker gemäß der Norm DIN EN 1991-1-3:2010-12 (Eurocode 1). Dabei werden sowohl die geografische Lage, die Höhenlage des Standorts als auch die bauwerksbezogenen Einflussfaktoren berücksichtigt.
