
Oberlichter sind lichtdurchlässige Bauelemente in der Dachfläche eines Gebäudes, die Tageslicht in die darunterliegenden Räume führen. Im Hallenbau werden sie häufig eingesetzt, um Produktionshallen, Lagerhallen, Gewerbehallen und Industriehallen mit natürlichem Licht zu versorgen. Je nach Bauart können Oberlichter beispielsweise als Lichtkuppeln, Lichtbänder oder transparente Dachflächen ausgeführt werden oder im oberen Wandbereich als Fenster / Fensterband integriert werden.
Oberlichter verbessern die natürliche Belichtung einer Halle und können dadurch den Bedarf an künstlicher Beleuchtung während des Tages reduzieren. Das ist insbesondere bei großflächigen Hallengebäuden von Vorteil, bei denen eine ausreichende Belichtung über Fenster in den Außenwänden allein häufig nicht möglich ist. Gleichzeitig können moderne Oberlichter bei entsprechender Ausführung Teil eines energieeffizienten Gebäudekonzepts sein.
Oberlichter bei Stahlhallen
Bei einer Stahlhalle werden Oberlichter in der Regel bereits während der Gebäudeplanung berücksichtigt. Ihre Position muss mit der Tragkonstruktion, den Dachpfetten und dem Dachaufbau abgestimmt werden. Auch Anforderungen an Wärmeschutz, Brandschutz, Schlagregendichtheit und Luftdichtheit spielen eine wichtige Rolle.
Eine häufig eingesetzte Lösung sind Lichtbänder, die sich über einen längeren Bereich des Hallendaches erstrecken. Sie ermöglichen eine gleichmäßige Tageslichtversorgung und eignen sich besonders für große Produktions- und Lagerhallen. Lichtkuppeln sind dagegen einzelne Oberlicht-Elemente, die gezielt in bestimmten Bereichen der Dachfläche angeordnet werden können.
Bei der Planung sollte darauf geachtet werden, dass die Oberlichter ausreichend Tageslicht in die gewünschten Nutzungsbereiche bringen. Gleichzeitig darf die Dachfläche nicht unnötig durchbrochen werden, da jede Öffnung konstruktiv und bauphysikalisch sorgfältig geplant werden muss.
Moderne Oberlichter können mit wärmedämmenden und lichtstreuenden Materialien ausgestattet werden. Lichtstreuende Oberflächen verteilen das einfallende Tageslicht besser und können störende Blendwirkungen reduzieren. Dies ist insbesondere bei Arbeitsplätzen in Produktionshallen und Werkstätten relevant.
Auch die Arbeitsplatzbeleuchtung sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Oberlichter ersetzen nicht grundsätzlich die künstliche Beleuchtung, können deren Einsatz jedoch während der Tagesstunden reduzieren. Eine Kombination aus Tageslicht und energieeffizienter LED-Beleuchtung ermöglicht eine bedarfsgerechte Beleuchtung der Halle.
Praxisbeispiel aus dem Hallenbau
Ein typisches Anwendungsbeispiel ist eine Produktionshalle mit 2.000 m² Hallenfläche. Die Halle verfügt über wenige Außenfenster, da große Wandflächen für Maschinen, Lagerbereiche und Tore benötigt werden. Um trotzdem ausreichend Tageslicht in das Gebäude zu bringen, wird ein durchgehendes Dachlichtband in die Stahlkonstruktion integriert.
Das Dachlichtband wird bereits bei der Planung der Stahlkonstruktion berücksichtigt. Die Position der Pfetten und die Dachausbildung werden so abgestimmt, dass das Oberlicht fachgerecht eingebaut werden kann. Durch die großflächige Tageslichtöffnung gelangt natürliches Licht auch in weiter vom Außenbereich entfernte Hallenzonen.
Für die Mitarbeiter entstehen dadurch angenehmere Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig kann die künstliche Beleuchtung bei ausreichendem Tageslicht teilweise reduziert werden. In Verbindung mit einer automatischen Lichtsteuerung und energieeffizienten LED-Leuchten lässt sich der Energieverbrauch weiter optimieren.
Worauf sollte bei der Planung geachtet werden?
Bei der Auswahl von Oberlichtern für eine Gewerbehalle oder Industriehalle sollten Bauherren nicht ausschließlich auf die Größe der lichtdurchlässigen Fläche achten. Entscheidend sind unter anderem der gewünschte Tageslichteintrag, der Wärmeschutz, der sommerliche Wärmeeintrag und die Anforderungen an den Brandschutz.
Auch die Reinigung und Wartung sollten berücksichtigt werden. Oberlichter müssen dauerhaft dicht und funktionsfähig bleiben. Je nach Ausführung können außerdem Anforderungen an Rauch- und Wärmeabzugsanlagen bestehen.
Für eine wirtschaftliche Lösung ist daher eine frühzeitige Abstimmung zwischen Architektur, Stahlbau, Dachplanung und Technischer Gebäudeausrüstung sinnvoll. So können Oberlichter optimal in das Gesamtkonzept der Halle integriert werden.
Oberlichter im Hallenbau verbinden funktionale und energetische Vorteile. Sie schaffen natürliches Tageslicht, verbessern die Aufenthaltsqualität und können den Einsatz künstlicher Beleuchtung reduzieren. Ob Lichtband, Lichtkuppel oder eine andere Oberlichtlösung – die passende Ausführung hängt von Nutzung, Hallengröße, Dachkonstruktion und den technischen Anforderungen des jeweiligen Bauprojekts ab.
Durch die Integration von Oberlichtern in Gewerbehallen, Industriehallen, Systemhallen und anderen Stahlhallen können Unternehmen sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile erzielen.