Kalthalle

Eine Kalthalle ist eine in der Regel unbeheizte und funktional geplante Halle, bei der keine dauerhaft temperierte Raumluft erforderlich ist. Die Gebäudehülle schützt vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und Wind, ohne dass eine aufwendige Beheizung vorgesehen ist. Kalthallen werden häufig als Lagerhallen, Unterstellhallen, Maschinenhallen, Fahrzeughallen, Gewerbehallen oder einfache Produktions- und Abstellflächen genutzt.

Kalthallen als wirtschaftliche Lösung im Stahlhallenbau

Eine Kalthalle bietet eine wirtschaftliche Möglichkeit, große Flächen zu überdachen und vor Witterung zu schützen. Besonders für Unternehmen, die keine konstanten Raumtemperaturen benötigen, kann der Verzicht auf eine Heizungsanlage die Investitions- und späteren Betriebskosten reduzieren.

Beim Bau einer Kalthalle aus Stahl steht eine funktionale und robuste Konstruktion im Mittelpunkt. Die Tragstruktur besteht häufig aus Stahlstützen, Stahlträgern, Pfetten und Wandriegeln. Dach und Fassade können je nach Nutzung mit unterschiedlichen Bauelementen ausgeführt werden.

Für eine unbeheizte Lagerhalle können beispielsweise Trapezbleche eine wirtschaftliche Lösung darstellen. Werden höhere Anforderungen an Wärmeschutz oder Nutzung gestellt, können auch Sandwichpaneele eingesetzt werden, ohne dass die Halle zwingend beheizt werden muss.

Eine Kalthalle eignet sich besonders für die Lagerung von Maschinen, Fahrzeugen, Baustoffen, Paletten oder nicht temperaturempfindlichen Waren. Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte können geschützt untergebracht werden.

Bereits bei der Entwurfsplanung sollte geprüft werden, welche Nutzung vorgesehen ist. Davon hängen unter anderem Hallenhöhe, Spannweite, Torgrößen, Bodenbelastung und Belichtung ab.

Große Sektionaltore, Schiebetore oder Schnelllauftore ermöglichen einen effizienten Waren- und Fahrzeugverkehr. Bei häufigem Öffnen der Tore entstehen bei einer unbeheizten Halle keine vergleichbaren Heizwärmeverluste wie bei einer Warmhalle.

Auch eine natürliche Belichtung kann über Lichtbänder, Lichtkuppeln oder Dachoberlichter realisiert werden. Dadurch kann der Einsatz künstlicher Beleuchtung während des Tages reduziert werden.

Ein weiterer Vorteil der Kalthalle ist ihre flexible Nutzung. Je nach Ausführung kann sie später an veränderte Anforderungen angepasst oder teilweise nachgerüstet werden.

Allerdings sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden, ob zukünftig eine Nutzungsänderung oder Beheizung erforderlich werden könnte. In diesem Fall kann eine entsprechend vorbereitete Gebäudehülle langfristig sinnvoll sein.

Die Wahl zwischen Kalthalle und Warmhalle hängt daher maßgeblich von der Nutzung und den Anforderungen des Unternehmens ab. Für unbeheizte Lager- und Abstellflächen stellt die Kalthalle häufig eine besonders wirtschaftliche Variante des Stahlhallenbaus dar.

Holger Schmidt INT-BAU

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