
Einfeldträger als Tragkonstruktion einer Stahlhalle
Der Einfeldträger gehört zu den grundlegenden Tragwerksformen im Stahlbau.
Er überbrückt einen Bereich zwischen zwei Auflagern. Dabei entsteht genau ein statisches Feld. Zwischen den beiden Auflagern befindet sich kein weiteres Zwischenauflager. Dadurch kann eine Fläche ohne zusätzliche Stützen überspannt werden.
Ein typisches Beispiel ist eine Stahlhalle, deren Dach durch Einfeldträger getragen wird. Die Träger nehmen dabei Eigengewicht, Dachaufbau, Schnee- und gegebenenfalls weitere Nutzlasten auf. Diese Kräfte werden über die Auflager in die Stützen und anschließend in die Fundamente eingeleitet. Einfeldträger können aus gewalzten Stahlprofilen wie IPE-, HEA- oder HEB-Profilen bestehen.
Bei größeren Anforderungen kommen auch geschweißte Stahlträger zum Einsatz.
Die erforderliche Dimensionierung hängt insbesondere von der Spannweite und Belastung ab. Eine größere Spannweite führt grundsätzlich zu höheren Beanspruchungen und größeren Verformungen. Deshalb wird der Träger anhand einer statischen Berechnung bemessen. Dabei werden unter anderem Biegung, Querkraft und Durchbiegung untersucht. Auch Schnee- und Windlasten müssen bei einer Stahlhalle berücksichtigt werden.
Auf Einfeldträgern können beispielsweise Pfetten angeordnet werden. Diese tragen die Dachhaut und leiten die Dachlasten in die Hauptträger weiter. Auch Träger für Zwischenböden, Bühnen oder technische Anlagen können als Einfeldträger ausgeführt werden. Ein Vorteil ist die vergleichsweise einfache statische Berechnung. Auch Fertigung und Montage lassen sich bei geeigneter Planung effizient durchführen.
Im Vergleich zum Mehrfeldträger besitzt der Einfeldträger keine durchlaufende Tragwirkung über mehrere Felder. Welche Konstruktion wirtschaftlicher ist, hängt von Spannweite, Belastung, Materialeinsatz und den Anforderungen des jeweiligen Bauprojekts ab. Für Gewerbehallen, Lagerhallen, Produktionshallen und Industriehallen kann der Einfeldträger eine funktionale und wirtschaftliche Lösung darstellen. Die konkrete Ausführung wird im Rahmen der Tragwerks- und Ausführungsplanung festgelegt.