Anbauten

Beispiel für Anbau an bestehendes Gebäude
Beispiel für Anbau an bestehendes Gebäude 

Anbauten an Stahlhallen sind bauliche Erweiterungen, die konstruktiv und bauphysikalisch an eine bestehende Stahlhalle angeschlossen werden, beispielsweise als Büro-, Sozial- oder Lageranbau. Auch bei einfacher Nutzung handelt es sich nicht um eine bloße Verlängerung der Halle, sondern um ein eigenständiges Bauwerk mit kritischen Übergängen.

Aus konstruktiver Sicht sollte der Anbau möglichst statisch eigenständig ausgeführt werden. Das bedeutet eigene Fundamente, eigene Stützen und eine klare Trennung vom Tragwerk der Halle. Die Verbindung zur Stahlhalle erfolgt idealerweise über Gleit- oder Dehnfugen, um Temperaturdehnungen des Stahls und mögliche Setzungen auszugleichen. Eine direkte Lastübertragung in das bestehende Hallentragwerk ist zu vermeiden, da dies häufig zu statischen Problemen und Schäden führt.

Ein zentrales Thema bei Anbauten an Stahlhallen sind Wärme- und Kältebrücken. Stahl besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit, wodurch an Anschlussstellen schnell Kondensat entsteht. Kritisch sind insbesondere Wand-zu-Wand- und Dach-zu-Wand-Anschlüsse, durchgehende Stahlbauteile sowie der Sockelbereich. Um Schäden und Energieverluste zu vermeiden, sind thermisch getrennte Anschlüsse, eine durchgehende Dämmebene und vorab geplante Detailausbildungen zwingend erforderlich.

Beim Anschluss an die bestehende Gebäudehülle ist zwischen Trapezblechhallen und Sandwichpaneel-Hallen zu unterscheiden. Trapezblechhallen sind häufig ungedämmt oder nur eingeschränkt luftdicht. Wird ein beheizter Anbau angeschlossen, müssen der Übergang luftdicht ausgeführt, eine Dampfbremse berücksichtigt und Wärmebrücken konsequent vermieden werden. Sandwichpaneele verfügen zwar über eine integrierte Dämmung, dürfen jedoch statisch nicht geschwächt werden. Befestigungen und Durchdringungen sind nur nach Herstellervorgaben zulässig, und alle Fugen müssen luft- und wasserdicht angeschlossen werden.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Wasserführung und Abdichtung. Dachanschlüsse zwischen Anbau und Halle stellen Schwachstellen dar, da sich dort Regenwasser sammelt. Der Anbau sollte möglichst eine eigene Dachentwässerung erhalten. Wandanschlüsse sind mit geeigneten Anschlussprofilen und Aufkantungen auszuführen, und der Sockelbereich muss zuverlässig gegen Bodenfeuchte abgedichtet werden.

Die Dämmung des Anbaus sollte mindestens dem Dämmstandard der Halle entsprechen, bei Büro- oder Sozialräumen in der Regel sogar höher sein. Unterschiedliche Dämmniveaus führen häufig zu Kondensatbildung an den Übergängen. Neben Wänden und Dach ist auch die Dämmung der Bodenplatte und des Sockels entscheidend, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Im Bereich Boden und Fundament ist darauf zu achten, dass der Anbau eine eigene Bodenplatte erhält. Diese darf nicht starr mit der Hallenbodenplatte verbunden werden. Eine Trennfuge ist notwendig und sollte gedämmt sowie elastisch ausgeführt werden, um Setzungen und Temperaturbewegungen schadlos aufzunehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Anbauten an Stahlhallen nur dann dauerhaft funktionieren, wenn Tragwerke klar getrennt, Anschlussdetails sorgfältig geplant und Wärme- sowie Wasserführung konsequent berücksichtigt werden. Fehler entstehen meist nicht durch die Konstruktion selbst, sondern durch unzureichend geplante Übergänge zwischen Halle und Anbau.

Holger Schmidt INT-BAU

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